4 Verhaltensratschläge für Sie beim Coming-Out Ihres Sohnes

Leider zählt die Homosexualität immer noch zu den Themen auf der Welt, die sich in der Gesellschaft nicht vollends etabliert haben. Viele Menschen erkennen in der Homosexualität eine Abnormalität, welche in den schlimmsten Fällen zu Hass und Unzufriedenheit führen kann. Durch diese Unaufgeklärtheit in der Bevölkerung können nicht nur bei Außenstehenden gegenüber Homosexuellen negative Gedanken und Gefühle entstehen, sondern auch bei homosexuell-orientierten Menschen selbst.

Die Angst davor sich zu Outen ist bei den meisten Menschen ein nervenzehrendes Gefühl im Alltag und kann in den schlimmsten Fällen sogar zum Suizid führen. Dabei ist es immens wichtig vertrauenswürdige Freunde und eine verständnisvolle Familie zu haben.

In meinem heutigen Beitrag sollen ein paar Ratschläge gegeben werden, wie Sie sich als Elternteil oder Elternpaar bei dem Outing ihres Sohnes am Besten verhalten sollten.

1. Zeit geben und Zeit lassen

Jeder sollte in dem Falle des Outings seinem Sohn Zeit geben sein Anliegen zu formulieren. Auch wenn er zwischendurch nach Worten stammelt oder Pausen benötigt, um seine Gedanken zu ordnen, sollte man ihn nicht unterbrechen oder den Fokus auf ihn verlieren.

Der Sohn ist in dieser Situation derjenige, dem alle Aufmerksamkeit gebührt und dem man den Respekt zollen sollte, den er durch solch eine schwierige Situation verdient.

2. Erste Reaktion

Falls sich der Sohn für das Outing entscheidet und eventuell schon vorher durch eine Ankündigung wie “Hast du mal kurz Zeit?“ oder “Kann ich mal mit dir/euch sprechen?“ sein Outing ankündigt, sollte man nicht unbedachte erste Reaktionen zeigen. Es ist wichtig ruhig zu bleiben und mimisch wie gestisch einen neutralen Gesamtausdruck zu zeigen.

3. Ruhig bleiben

Nachdem der Sohn seinen Standpunkt offeriert hat und darauf wartet, dass Sie verbal darauf reagieren, sollten Sie sich durch Gelassenheit als präferierte Tugend leiten lassen. Dies ist einerseits entspannend für Ihren Sohn, welcher ohnehin angespannt auf Ihre Worte wartet. Andererseits können Sie in Ruhe Ihre Worte in Gedanken formulieren, um bei der Aussprache dieser später keine “falschen“ Aussagen zu treffen.

4. Die Worte an sich

Sie sollten Ihre Worte klar formulieren und dabei seriös wirken, so dass Ihrem Sohn demonstriert wird, dass einem die Besprechung und Behandlung des Coming-Outs genauso wichtig ist, wie ihm selbst. Inhaltlich sollten Sie zunächst daruaf eingehen, dass Sie stolz sind, dass Ihr Sohn diesen schwierigen Schritt Ihnen gegenüber gegangen ist. Loben Sie ihn dafür.

Als nächstes könnten Sie Ihren Standpunkt preisgeben. Formulierungen wie “Es ist mir egal, ob du homosexuell oder heterosexuell bist. Du bleibst natürlich trotzdem mein/unser Sohn.“ und/oder “Es wird sich nichts ändern“ und/oder “Du kannst gerne in Zukunft immer mit diesem Thema auf uns zu gehen.“ könnten dabei mögliche Redeweisen sein.

Dies waren ein paar Tipps, welche Ihnen und Ihrem Sohn das Coming Out erleichtern und ermöglichen offen mit der Homosexualität zu leben. Es sind jedoch nur Ratschläge und ein Leitfaden. Bedenken Sie in diesem Fall die Individualität eines jeden Menschen. Auch das Alter (Pubertät, junger Erwachsener) spielt eine Rolle, so dass Sie mit dem Feingespür eines Elternteils diese Tipps komplettieren und abrunden müssten.

In seinem Video erzählt der Youtuber Manniac seine Erfahrung zum Coming Out. Anschauen lohnt sich!

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